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Geschrieben von Presse am 31.01.2010
Verlockende Alternativen - ernüchternde Wirklichkeit

In seinem Buch "Die Weisheit der Vielen" feierte der Internet-Theoretiker James Surowiecki die Entwicklung der virtuellen Welt als historische Errungenschaft. Der Zugriff auf die vielen Daten werde helfen, die Probleme der Menschheit zu lösen. Um dieser Euphorie einen Dämpfer verpassen, erschienen jetzt fast zur gleichen Zeit Beiträge zu diesem Thema in großen deutschen Tageszeitungen.
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Verlockende Alternativen - ernüchternde Wirklichkeit

In seinem Buch "Die Weisheit der Vielen" feierte der Internet-Theoretiker James Surowiecki die Entwicklung der virtuellen Welt als historische Errungenschaft. Der Zugriff auf die vielen Daten werde helfen, die Probleme der Menschheit zu lösen. Um dieser Euphorie einen Dämpfer verpassen, erschienen jetzt fast zur gleichen Zeit Beiträge zu diesem Thema in großen deutschen Tageszeitungen.

In einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" (22.01.2010) sagte der Künstler, Musiker und Technologie-Forscher Jaron Lanier: "Für Leute, die sich mit Maschinen und Computern wohler fühlen als unter Menschen, versprach die Vorstellung, Menschen und Computer seien dasselbe, einen Ausweg aus all dem Schmerz und der Unsicherheit ihrer Sexualität. Vielleicht ließe sich sogar die Sterblichkeit überwinden." Doch dies sei eine gefährliche Illusion. Und an anderer Stelle spricht er vom "Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen."

Eine Woche vorher hat Robert Schurz, der Frankfurter Psychotherapeut und Autor, einen Essay in der WELT (16.01.2010) unter der Überschrift "Volkssport Online-Dating" veröffentlicht. Er bezieht sich auf eine Umfrage, nach der heute bei den 30- bis 50-Jährigen ein Drittel aller Kontaktaufnahmen, die zu einer späteren Partnerschaft führen, über das Internet getätigt wird - Tendenz steigend.

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