Verherrlichung von Gewalt und Terror breitet sich weiter aus
Mit dem Internet wächst auch seine Schattenseite. Das Hass-Web breitet
sich besonders in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder YouTube
weiter aus. Wie das Simon Wiesenthal Center (SWC) http://www.wiesenthal.com
aufzeigt, nutzen immer mehr militante Gruppierungen das Netz für ihre
Zwecke und propagieren Gewalt und Terror. Um 20 Prozent sei die Anzahl
einschlägiger Seiten im Vorjahr gestiegen. Dem "Digital Hate Report"
zufolge verbreiten sie Hass, Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und
Terrorismus.
"Gegenüber klassischen Medien wie dem Fernsehen oder dem Radio sind die
User im Internet einer höheren Gefahr ausgesetzt", meint Rainer Gries,
Propagandaexperte am Institut für Publizistik- und
Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien, gegenüber pressetext.
Propaganda werde online in steigendem Ausmaß auf subversive Art und
Weise betrieben. Hassnachrichten könnten vom Nutzer aber nur schwer
relativiert und auf Wahrheitsgehalt gegengecheckt werden (pressetext
berichtete: http://pressetext.com/news/090612009/).
Bedenkliche Inhalte mit Sprengkraft
Erst vor wenigen Tagen wurde das Internet für den diesjährigen
Friedensnobelpreis nominiert (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100311035/).
Das Web fördere "Dialog, Debatten und Konsens", so die Begründung. Auf
der Kehrseite existieren dem SWC zufolge mittlerweile jedoch über 11.500
Angebote in Social Networks, Foren und Websites, die etwa Hass schüren
oder Gewalt verherrlichen. Das stärkste Wachstum der bedenklichen
Internet-Inhalte finde dabei dort statt, wo sie die meisten Nutzer
erreichen können - in den publikumsstarken sozialen Medien.
Extremisten betreiben Propaganda häufig anhand von Videos, in denen sie
User zu rekrutieren versuchen. Dem SWC nach werden beispielsweise
Anleitungen zur Herstellung improvisierter Sprengkörper gezeigt.
Online-Games dienten mittlerweile ebenso als Propagandamittel wie
Hassmusik, Gewaltreden in Ton und Bild oder Texte. In Social Networks,
etwa innerhalb von Facebook-Gruppen, finden sie eine schnelle
Verbreitung. Besonders von jungen Nutzern verzeichnen militante und
rechtsextreme Gruppierungen daher einen wachsenden Zustrom.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Manuel Haglmüller
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