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| BDK fordert unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Datenskandale |
De-Mail erst beginnen, wenn die Gründe für die millionenfachen Datenverluste geklärt sind
Berlin, 20. Oktober 2009 – „Der Datenskandaltabellenführer TELEKOM verlor erneut mehrere Millionen Datensätze, bei Microsoft und Google wurden Passworte der Nutzer von Email-Accounts ausgespäht, AWD verlor die Kontrolle über Vertragsdaten von Kunden, bei SchuelerVZ wurden mehr als eine Millionen Daten von Nutzern illegal exportiert, die für einschlägig Interessierte zu auskunftsfähigen Datenbanken (wie alt der Nutzer, welches Geschlecht) verdichtet werden können. Bei der KarstadtQuelle-Bank sollen Karstadt-Master-Card Kunden als Folge eines wahrscheinlichen illegalen Datenabflusses ihre Kreditkartenkonten sperren“, fasst der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen die jüngst bekannt gewordenen, unglaublichen Datenpannen zusammen.
Persönliche Daten, angefangen von Namen, Alter, Wohn- und Geschäftsadresse, Telefonnummer und Geburtsdatum bis zu Bankdaten und Geheimnummern oder Passwörtern können so übers Internet in tausendfachen, selbst zusammenstellbaren Ensembles gehandelt werden, Kriminelle nutzen diese für ihre Aktivitäten im Netz.
Dies alles erscheint unglaublich, ist aber leider wahr. Im Ergebnis dürfte der gläserne Mensch im Bereich des WWW und der kriminellen „underground economy“ längst Realität geworden sein, ohne dass die Nutzer es wollten.
Wo bleiben die Rufe der Datenschützer und selbst ernannten Bürgerrechtler?
Hier wird das Persönlichkeitsrecht von Bürgern ganz massiv verletzt, obwohl die Kunden, Nutzer mit den Datenbankbetreibern einen sicheren Umgang mit ihren privaten Daten vertraglich vereinbart hatten.
Die schon ständig wiederholte Empfehlung von Datenschützern, nicht soviel persönliche Daten ins Netz zu stellen, wirkt zwischenzeitlich nur noch als Ausdruck akuter Hilflosigkeit.
Was macht die Politik?
Die Bundesrepublik will im Jahr 2010 offiziell „De-Mail“ für den sicheren Austausch rechtsgültiger elektronischer Dokumente zwischen Bürgern, Behörden und Unternehmen über das Internet einführen. Hauptvertragspartner ist dabei der Datenskandaltabellenführer Deutsche Telekom.
Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft geführt werden soll, darf unter den jetzigen Eindrücken der millionenfachen Datenverluste erst offiziell gestartet werden, wenn die Ursachen für die Datenverluste aufgeklärt und beseitigt worden sind.
„Der Staat muss die Regeln für ein sicheres Netz aufstellen und darf sich dieses nicht von der an Gewinn orientierten IT-Industrie aus der Hand nehmen lassen“, fordert der BDK-Chef Klaus Jansen staatliches Handeln.
Ansprechpartner bei redaktionellen Rückfragen:
Bernd Carstensen, Bundespressesprecher Fon 0700 BDK (235) 10000
www.bdk.de
Bund Deutscher Kriminalbeamter
• Bundesgeschäftsstelle • Poststraße 4 – 5 • 10178 Berlin •
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